35 Jahre im Sinne Adolph Kolpings gewirkt

 

 

„Verantwortlich leben – solidarisch handeln“ – Traunreuter Kolpingsfamilie feiert Jubiläum

Traunreut. Am 1. April 1984 wurde die Kolpingsfamilie Traunreut gegründet. Initiatoren waren damals Josef Blank sen. und Ernst Biermaier. Das 35-jährige Bestehen wurde am 2. Juni 2019 gefeiert und der Vorsitzende blickte dabei auf das Wirken in diesen dreieinhalb Jahrzehnten im Sinne Adolph Kolpings zurück. Das Motto habe stets gelautet: „Verantwortlich leben – solidarisch handeln“.

Eine kleine Schar von sechs Männern tat sich auf Initiative der beiden Ideengeber schon im Jahr 1983 zusammen, um in Traunreut eine Kolpingsfamilie zu gründen. Ein Problem stellte zunächst die Suche nach einem geistlichen Präses dar, da der damalige Stadtpfarrer Dr. Dr. Wendelin Stöttner der Meinung war: „So was brauch ma in Traunreut ned.“ Erst als sich der St. Georgener Pfarrer Ludwig Geisinger bereit erklärte, das Amt zu übernehmen, änderte der Stadtpfarrer seine Meinung, gab doch sein Einverständnis und wurde erster Präses der Gemeinschaft. Schon bei der Gründungsversammlung konnten 22 Mitglieder aufgenommen werden und in der besten Zeit gehörten dem Traunreuter Verein knapp 100 Männer und Frauen an. 

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Ernst Biermaier (links) und Leo Wurm sind die einzigen noch lebenden Gründungsmitglieder
der Kolpingsfamilie Traunreut. Foto: mix

Vorsitzender Ernst Biermaier erläuterte, wofür der Verein steht. Unter dem Schlagwort „verantwortlich leben“ verstehe sich die Kolpingsfamilie Traunreut als „Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft“, die ihren Mitgliedern jährlich bis zu 30 Veranstaltungen anbietet und auch die Geselligkeit fördert. „Solidarisch gehandelt“ werde bei den regelmäßigen Sammelaktionen, durch die jährlich ansehnliche Summen eingenommen und dann gespendet werden können. „Insgesamt konnten wir in all den Jahren bis heute eine Summe von rund 155000 Euro spenden“, verkündete Biermaier stolz. Empfänger waren soziale und caritative Organisationen in der Stadt und Region aber auch Projekte in der Entwicklungsarbeit. Der Vorsitzende: „Das tun wir mit Freude und ich denke, wir können alle ein wenig stolz sein auf diese von uns geleistete Hilfsbereitschaft, die da heißt, den Schwächeren in der Gesellschaft zu helfen. Unter diesem Aspekt sind wir sicher ein christlich sozialer Leuchtturm in unserer Pfarrei und in unserer Stadt Traunreut.“ 

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Elfriede Schuhbeck (Mitte) erhielt im Rahmen der Jubiläumsfeier eine Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft. 
Ihr gratulierten (von links) die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Peter Huber und Lothar Schindler, 
Bezirksvorsitzender Markus Steiger, Vertreterin des Diözesanverbandes Inge Lösch, Vorsitzender Ernst Biermaier, 
Präses Pfarrer Thomas Tauchert und Bezirkspräses Helmut Reiter. Foto: mix

Diese Aussage wurde auch in den Grußworten bestätigt. Bürgermeister Klaus Ritter dankte dem Verein, der sich vor 35 Jahren zusammengeschlossen habe, „um das soziale Leben der Mitbürger zu verbessern auf der Basis des christlichen Glaubens“. Bezirksvorsitzender Markus Steiger hob hervor, dass man sich in der Gemeinschaft der Kolpinganhänger immer jung fühlen könne: „Hier sind Leute vereint im Glauben, das hält jung.“ Im Namen des Diözesanverbandes gratulierte Inge Lösch und zitierte Adolph Kolping mit den Worten: „Anfangen ist das Schwerste, treu bleiben das Beste.“ Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dr. Norbert Wolff ging in seinem Grußwort auf den Ausspruch „man soll die Kirche im Dorf lassen“ ein. Die Kolpingsfamilie sorge in Traunreut dafür, dass die Kirche im Dorf, sprich in der Stadt, bleibt und auch wahrgenommen wird, sie helfe mit, die Pfarrei zusammenzuhalten. Gleichzeitig schaue sie aber auch über den Tellerrand und übernehme Verantwortung. 

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Beim Festgottesdienst, der der weltlichen Feier vorausging, weihte Pfarrer Thomas Tauchert das neue Banner der Kolpingsfamilie, das von Dieter Eibl (links) gehalten wurde. In der Predigt ging er auf den kolpingschen Gedanken ein „verwurzelt sein in Gott und mitten im Leben“. Er betonte, dass aus dem Glauben heraus Taten folgen müssten, und die Kolpingsfamilie nach dem Vorbild Jesu auch an diejenigen Menschen denken solle, die am Rande der Gesellschaft stehen, ausgegrenzt sind. „Jesus lebte uns vor, wie das geht“, betonte der Pfarrer. Beim Gottesdienst und der anschließenden Feier waren auch Vertreter der Kolpingsfamilien aus Trostberg, Traunstein, Waging, Inzell und Bergen sowie der KAB St. Georgen vertreten. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den Mitterreiter-Geschwistern aus Weisbrunn.

Pia Mix