Grußwort

Liebe Eltern,

`Religiöse Erziehung´ ist ein Bereich, der vielerorts aus der Mode gekommen ist. Argumente wie: „Ich weiß gar nicht, wie ich das vermitteln soll…“, „Religiöse Erziehung ist antiquiert.“, oder auch „Ich möchte mein Kind einmal selbst entscheiden lassen, welcher Religion es angehören möchte.“ sind – wenn auch leicht zu entkräften – keine Seltenheit.

In der Regel wollen die Eltern das Beste für ihre Kinder. Als Elternteil will ich mein Kind nicht überfordern, ich will es nicht mit abstrusem Gedankengut konfrontieren; als Elternteil will ich mein Kind so gut es geht auf die bevorstehenden Herausforderungen des Lebens vorbereiten. Leistung, Stärke, Vorteil vor dem Konkurrenten und Effizienz sind nur ein paar Schlagworte, die dabei heute eine zentrale Rolle zu spielen scheinen. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, menschlicher Tiefgang, Glaube oder gar Gottesfurcht scheinen nur mehr Randerscheinungen zu sein, Werte, die in den Augen vieler Erziehungsberechtigter ihren „Wert“ verloren haben. 

Im Leben einen Halt zu haben, sich auf etwas Unumstößliches zurückbesinnen können (das ist die Bedeutung des Wortes „Religion“), das ist in meinen Augen aber einer der größten Werte, die ich meinem Kind auf seinen Lebensweg mitgeben kann. Die Erziehungsarbeit soll dem Kind Vertrauen in und durch den Glauben geben; die Kinder sollen erleben können was es heißt `in Gott geborgen´ zu sein.

Die Erziehung einer katholischen Einrichtung legt Wert auf die Entwicklung einer Lebensbasis mit christlichen Grundsätzen. Bereits im Kindergarten sollen die Kinder die Möglichkeit haben in ein Leben hineinzuwachsen, das dem katholischen Glauben nicht nur eine untergeordnete Rolle beimisst. Dabei spielen Sie als Eltern die wichtigste Rolle. Ohne Ihr unterstützendes Zutun läuft jeder christliche Erziehungsversuch unsererseits letztlich ins Leere.

Ansatzpunkte für die Förderung der Kinder sind in deren Alltag zahlreich gegeben. Die Kinder sollen Gefühle bewusst erleben, sinnvoll ausleben und verarbeiten können (z.B. Freude auf die Gruppe, die täglichen Spiele, Vertrauen; aber auch Ärger, Trauer, u.Ä.). Erst dann gewinnen sie die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und sich im und mit dem Gegenüber zu freuen. Ein Kind ist nur fähig eine Beziehung zu Gott aufzubauen, wenn es bereits eine Beziehung zu sich, zu anderen und zu seiner Umwelt hat. Auch hier sind alle Mitarbeiter auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen als Eltern angewiesen.

Die Trägerschaft eines Kindergartens ist für eine Pfarrgemeinde eine spannende und bereichernde Aufgabe. Wir sind froh über und stolz auf unsere Kindertagestätten, denn gemeinsame Ziele von Eltern und den Mitarbeitern unserer Einrichtungen sind auch in Zukunft wichtige Pfeiler der geleisteten Arbeit.

Unsere Kinder sollen sich letztendlich wohl fühlen und mit Freude die anstehenden Anforderungen ihres Lebens meistern können.

Ihr Thomas Tauchert, Pfarrer