Ich muss ihm immer wieder weh tun“

 

Traunreut (mix). Vera Scheffler hat bei ihrer Arbeit für die Traunreuter Brücke schon viele tragische Familienschicksale erlebt, bei denen sie in der Regel helfen und Notlagen lindern konnte. Dieses Jahr belastet sie der Fall eines kranken Buben aus Traunreut besonders. Der Zweijährige leidet an der Bluterkrankheit (Hämophilie) und ist quasi ständig in Lebensgefahr. Schon eine kleine Verletzung kann bedeuten, dass er verblutet. Die Eltern sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Für die Eltern war der größte Wunsch in Erfüllung gegangen, als im September 2010 ihr Kind zur Welt kam – anscheinend gesund und mit einer ganz normalen Entwicklung in den ersten Monaten. Doch als der Bub anfing zu krabbeln, merkte die Mutter, dass etwas nicht stimmte. Ohne dass sich der Bub merkbar verletzte, hatte er immer viele blaue Flecken am Körper. Ein solcher entstand schon, wenn er sich nur beim Umdrehen auf ein Spielzeug legte. Wenn bei dem Kleinen für eine Untersuchung Blut abgenommen werden musste, fiel auf, dass es nicht mehr aufhörte zu bluten und sein Blut nicht geron. Viele Arztbesuche und Untersuchungen folgten, bald hatte das Ehepaar die Gewissheit, dass sein Sohn an der Bluterkrankheit litt. Offensichtlich ist die Mutter Trägerin der Krankheit, da auch bei ihr das Blut schlecht gerinnt. Allerdings bekommen meist nur männliche Kinder die Krankheit.

Normalerweise können Bluter ein beinahe normales Leben führen, indem sie alle zwei bis drei Tage Spritzen bekommen, die den fehlenden oder defekten Faktor zur Blutgerinnung injizieren. Bei dem Traunreuter Buben ist der Fall jedoch schwieriger: er hat den Gerinnungsfaktor 0,2 und muss zweimal am Tag gespritzt werden, weil das Mittel bei ihm nur für Stunden anhält. Der kleine Patient hat einen Port unter der Haut, um nicht die Venen durch die vielen Einstiche zu schädigen. Die Nadel in dem Port muss jeden zweiten Tag ausgetauscht werden, und die Tortur des Spritzens ist für Mutter und Sohn eine Qual. „Ich muss ihm immer wieder weh tun“, erzählt die Mutter unter Tränen.

Der Zweijährige schwebt ständig in Gefahr, sich bei einem Sturz zu verletzen und zu verbluten, wenn er nicht sofort ein Notfallmedikament gespritzt bekommt. Besonders gefährlich sind versteckte, nicht offene Verletzungen, die innere Blutungen auslösen können. Die Eltern passen rund um die Uhr auf ihn auf und sind sofort zur Stelle, wenn er nur mal kurz hinfällt, was einem lebhaften Kind in diesem Alter häufig passiert.

Die Mutter ist mit der Pflege des Buben ganz allein und bräuchte dringend Entlastung. Ein Antrag auf Pflegestufe wurde von der Krankenkasse abgelehnt, weil dazu nur die notwendige Grundpflege, aber nicht die tägliche medizinische Versorgung eines Patienten zählt. So fällt der Bub offenbar durch alle Raster, sein Fall ist in den Vorschriften nicht vorgesehen. Die Familie bekommt auch die Auslagen nicht erstattet. Besondere Pflegemittel wie sterile Unterlagen, die täglich gewechselt werden müssen, sind sehr teuer. Ein Dreirad für den Buben muss speziell ausgepolstert sein, ebenso sein Autositz und sein Stuhl zuhause. „Für einen Rollstuhl würde die Kasse die Kosten übernehmen, für unseren Fall zahlt sie aber nicht“, ist die Mutter resigniert. Sie hat es schon überall versucht, mit vielen Institutionen gesprochen und um Hilfe gebeten.

Die finanzielle Schmerzgrenze ist erreicht. Bevor das Kind zur Welt kam, hatten beide Elternteile gut verdient, sich eine Eigentumswohnung gekauft und eine neue Küche geleistet, denn die Mutter wollte nach einer gewissen Zeit ja wieder arbeiten gehen. Jetzt drücken die Schulden, die Ausgaben für das kranke Kind sind hoch. Hilfe bekam die Familie bisher von der Bürgerhilfestelle im Landratsamt Traunstein und vom „Adventskalender für gute Werke“ der Süddeutschen Zeitung. Für einen Platz in einem Kindergarten, um ihrem Sohn auch den Umgang mit anderen Kindern zu ermöglichen, bräuchte die Mutter eine eigene Betreuungskraft nur für ihn. Einen entsprechenden Antrag will die Mutter mit Hilfe von Vera Scheffler demnächst stellen.

Ein weiteres Problem ist die Freizeitgestaltung. „Der Sommer war ganz schlimm für uns, wir konnten kaum raus, waren nicht ein einziges Mal im Schwimmbad“, sagt die Mutter. Schließlich sei auch die Infektionsgefahr für den Buben groß. Er dürfe nicht krank werden, weil sonst sein Immunsystem gegen die Krankheit aber gleichzeitig auch gegen das Mittel zur Blutgerinnung ankämpfen würde. Die Familie hätte gerne einen Schrebergarten, um mit dem Sohn wenigstens bei schönem Wetter ein bisschen an der frischen Luft sein zu können. Die Warteliste für Schrebergärten kann in Traunreut allerdings bis zu sieben Jahre betragen.

„Es ist immer eine Gratwanderung für uns, wir wollen unser Kind nicht in Watte packen, müssen aber extrem auf ihn aufpassen“, weiß die Mutter, die an manchen Tagen mit ihren Kräften am Ende ist. „Kopf hoch, wir finden Hilfe“, baut Vera Scheffler die junge Mutter auf und empfiehlt ihr, auch auf Gott zu vertrauen.

Wer der Familie helfen will, kann unter dem Kennwort
„Bluter“ Spenden an das katholische Pfarramt Traunreut überweisen,

Konto 5 81 78 89, BLZ 710 900 00

Eine große Hilfe wäre auch jemand, der ab und zu auf das Kind aufpasst und die Mutter stundenweise entlastet.
Vera Scheffler nimmt Angebote gerne entgegen. Der Kontakt kann über das katholische Pfarrbüro hergestellt werden.

 


„Ohne Frau Scheffler und die Brücke wüsste ich nicht,
wie ich das alles schaffen soll"

 

Traunreut (mix). Die Traunreuter Brücke steht hilfebedürftigen Familien zur Seite und unterstützt sie, wo es nur geht. Drei Frauen aus Traunreut berichten stellvertretend für viele andere von ihren Problemen.

„Ohne Frau Scheffler und die Brücke wüsste ich nicht, wie ich das alles schaffen soll", erklärt eine Mutter im Rahmen der Weihnachtsfeier. „Manchmal hab ich wirklich keine Lust mehr und frage mich, wofür ich überhaupt noch auf der Welt bin." Die Mutter von zwei Kindern ist zwar nicht allein, sie hat einen Mann. Der ist allerdings arbeitslos und findet aufgrund einer fehlenden Berufsausbildung auch nur sehr schwer Arbeit. Sie selber hat eine Teilzeitarbeit, das Geld reicht aber dennoch hinten und vorne nicht. Zu allem Unglück verlor sie vor Kurzem auch noch ihren Geldbeutel, in dem das ganze Kindergeld steckte. Den leer geräumten Geldbeutel fand sie kurze Zeit später wieder im Flur ihres Hauses. Die Zuwendung durch die Brücke jetzt zum Weihnachtsfest kommt für sie gerade rechtzeitig.

Ihr Leid klagt auch eine andere Mutter mit zwei Kindern im Alter von drei und neun Jahren. Sie ist alleinerziehend und muss mit 400 Euro im Monat auskommen. Wenn man bedenkt, was Schulsachen, Kleidung und alles andere für zwei Kinder kosten, ist das reichlich knapp. Nun stellt die Agentur für Arbeit auch noch eine Forderung auf Rückzahlung erhaltener Leistungen in Höhe von mehreren hundert Euro an sie. Die Mutter versteht nicht, wie sich diese „ungerechtfertigt erhaltenen Bezüge" zusammensetzen und erhielt auch bisher keine zufriedenstellende Auskunft darüber. „Diese Berechnungen können gar nicht stimmen", stellte sie fest und ist es müde, ständig um alles kämpfen zu müssen und sich vor dem Amt bei den regelmäßigen Kontrollen ihrer Verhältnisse quasi „bis aufs Unterhemd" ausziehen zu müssen.

Allein mit ihrem vierjährigen Sohn ist eine junge Traunreuterin, die in diesem Jahr umziehen musste. In ihrer alten Wohnung gab es Schimmel und der Sohn hatte schon mit Bronchitis zu kämpfen. Der Umzug wurde der Hartz-IV-Empfängerin jedoch nicht genehmigt, weshalb sie auf eigene Kosten eine andere Wohnung suchen und beziehen musste. Arbeit hatte die junge Frau bis vor wenigen Monaten. „Aber ein Job in der Gastronomie ist mit einem kleinen Kind von der Arbeitszeit her einfach nicht zu vereinbaren", berichtet sie. Da ihr Sohn den ganzen Tag in den Kindergarten geht, könnte sie schon arbeiten, hat aber bisher noch keine neue Stelle gefunden: „Wenn die Arbeitgeber auf der Bewerbung lesen, dass man alleinerziehend mit Kind ist, hat man schon verloren." Die Agentur hat ihr zu allem Übel den bisherigen Lohn noch weiter angerechnet, obwohl sie schon lange arbeitslos war. Auf die Nachzahlung der ihr zustehenden Beträge musste sie mehre Monate warten.

Die Söhne und Töchter dieser Frauen haben wie alle anderen Kinder auch Weihnachtswünsche, eine Barbie-Puppe, Playmobil-Spielzeug, eine X-Box und anderes mehr. Viele dieser Wünsche werden nicht in Erfüllung gehen, die Eltern können sich die Sachen einfach nicht leisten. Mit der Zuwendung von Traunreuter Brücke und Rotary Club können aber zumindest ein paar der sehnlichsten Wünsche erfüllt werden, so dass auch diese Kinder am Heilig Abend ihre Päckchen unter dem Christbaum öffnen dürfen. Und einen kleinen Vorgeschmack gab es schon bei der Weihnachtsfeier am Dienstag, wo beispielsweise ein Bub bei der Tombola eine einfache, kleine Holzeisenbahn bekam und diesen kostbaren Schatz den Rest des Nachmittages nicht mehr los ließ.

 

Wer helfen will, die Traunreuter Brücke hat immer mittwochs von 13 bis 17 Uhr Sprechstunde im katholischen Pfarrheim Traunreut.

Für Rückfragen ist auch das Pfarramt unter Telefon 08669/2270 zu erreichen.

Spenden kann man jederzeit auf das Konto der Traunreuter Brücke unter
Kontonummer 5817889, BLZ 71090000 bei der Volksbank Traunreut überweisen.

 


Weihnachtswunsch eines Mädchens aus dem Stadtgebiet:

"Ich wünsch mir Strom"

Wie die Traunreuter Brücke einer allein erziehenden Mutter aus Traunreut helfen konnte

 

 Traunreut (mix). Unter den Kindern, die bei der Weihnachtsfeier der Traunreuter Brücke beschenkt wurden, waren auch die beiden Töchter einer allein erziehenden Mutter, der die Brücke erst kürzlich wertvolle Hilfe zukommen ließ.

Aufmerksam wurde Vera Scheffler auf die kleine Familie durch einen Anruf aus der Grundschule. Dort hatte die Lehrerin ihre Schüler gefragt, was sie sich denn zu Weihnachten wünschen würden. Ein Mädchen antwortete darauf: „Ich wünsch mir Strom.“

Durch diesen sonderbaren Wunsch wurde erst deutlich, in welcher Notlage die Familie sich befand. Da die Mutter seit vier Monaten die Miete nicht mehr bezahlen konnte, hatte der Vermieter kurzerhand den Strom gesperrt. Ganze zwei Monate musste die Mutter mit ihren zwei Töchtern ohne Strom in der Wohnung sitzen, hatte kein Licht, konnte kein warmes Essen kochen. Die Mutter war arbeitslos geworden und psychisch krank, ihre fehlte einfach die Kraft dazu, sich von selber aus dieser misslichen Lage zu befreien oder auch nur um Hilfe zu bitten. Vera Scheffler von der Brücke nahm sich kurzerhand der Dinge an, streckte die fälligen Stromgebühren vor und wollte mit dem Vermieter verhandeln. Dieser zeigte jedoch keinerlei Verständnis und wollte die Frau mit ihren Töchtern nur aus der Wohnung raus haben.

Glücklicherweise fand Vera Scheffler schnell eine neue Wohnung für die drei und erhielt von der Diakonie aus einem Möbellager in Traunstein ein paar notwendige Möbelstücke. Warme Kleidung, die in der Familie auch nicht vorhanden war, konnte sie aus ihrem Fundus ausgeben und die Schule der jüngeren Tochter spendete einen Teil der Einnahmen vom Weihnachtsmarkt am vierten Adventsonntag für die Familie.

Somit ist für den Moment die größte Not gelindert, die Mutter kann inzwischen wieder lachen und die Mädchen strahlten bei der Weihnachtsfeier übers ganze Gesicht, als sie ihre Geschenke in der Hand hielten. Die drei können nun in ihrer neuen Wohnung ein friedliches Weihnachtsfest verbringen.

Dies ist nur ein Einzelfall, bei dem die Traunreuter Brücke unter dem Dach der katholischen Kirche helfen konnte. Viele ähnliche Fälle kommen Vera Scheffler und ihren Mitstreitern das ganze Jahr über unter und sie versuchen immer, zu helfen, wo es nur geht. Dabei ist die Brücke auf Spenden angewiesen, die sie dann sehr sparsam und gezielt für die schlimmsten Notfälle weiter gibt. Wer betroffenen Familien helfen und deren Not ein wenig lindern will, kann sich jederzeit an die Brücke wenden, die für jede noch so geringe Spende dankbar ist.

Wer helfen will, die Traunreuter Brücke hat immer mittwochs von 13 bis 17 Uhr Sprechstunde im katholischen Pfarrheim Traunreut.

Für Rückfragen ist auch das Pfarramt unter Telefon 08669/2270 zu erreichen.

Spenden kann man jederzeit auf das Konto der Traunreuter Brücke unter
Kontonummer 5817889, BLZ 71090000 bei der Volksbank Traunreut überweisen.